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Bosnien 10-Tage-Itinerar

Bosnien 10-Tage-Itinerar

Aktualisiert am:

From Sarajevo: Travnik, Jajce, Pliva Lakes & Watermills Trip

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Zehn Tage bieten genug Spielraum, um über den klassischen Sarajevo–Mostar-Korridor hinauszugehen und die königlichen Festungen Zentralbosniens sowie den dramatischen, flussgeprägten Osten zu entdecken. Diese Route eignet sich am besten mit einem Mietwagen — Abholung am Flughafen Sarajevo (SJJ) und Rückgabe dort an Tag zehn.

Tage 1–2: Sarajevo — die Kreuzungsstadt

Einflug nach Sarajevo und Gepäck in der Baščaršija abstellen. Am ersten Tag eine geführte Altstadttour machen, die durch das osmanische Viertel, die Gazi-Husrev-Beg-Moschee und den als „Sarajevo-Straße” bekannten k.u.k.-Boulevard führt. Das Café im Inat-Kuća am Miljacka-Ufer ist der richtige Ort für den ersten bosnischen Kaffee — serviert mit einem kleinen Stück Lokum und einem Glas kaltem Wasser.

Tag zwei gehört der Kriegsgeschichte. Das Tunnelmuseum (Tunel spasa) im Stadtteil Butmir besuchen — ein 800 Meter langer Kriegstunnel, der unter der UN-kontrollierten Startbahn des Flughafens gegraben wurde — und die frühere Sniper-Allee abgehen. Das Kriegskindermuseum nahe Marijin Dvor ist klein, aber still erschütternd; der Eintritt kostet nur 7 BAM (~3,50 EUR). Den Abend im Handwerkerviertels Kovači mit Ćevapi und einem Glas herzegowinischen Weins beschließen.

Budgettipp: Unterkünfte in der Baščaršija kosten 50–90 BAM (~25–46 EUR) für ein Doppelzimmer in einer Pension; Mittelklasse-Hotels beginnen bei rund 130 BAM (~66 EUR).

Tag 3: Travnik und Jajce — Bosniens königliches Herzland

Langer Fahrtag (~2 Std. 30 Min. nordwestlich auf der M17 und M5) — früh aufbrechen. Travnik ist in zwei Stunden gut zu erfassen: der farbenfrohe Uhrturm, die Bunte Moschee (Šarena džamija) und die imposante osmanische Festung über der Stadt sind alle zu Fuß erreichbar. Unterwegs ein Burek aus einer der Bäckereien an der Hauptstraße kaufen — der Travnik-Burek ist bekannt für seine besonders blättrige Konsistenz im Vergleich zur Sarajevo-Variante.

Vierzig Minuten weiter westlich verdient Jajce seinen Ruf als eine der malerischsten Städte Bosniens. Der 17 Meter hohe Pliva-Wasserfall stürzt innerhalb der Stadtgrenzen (in Europa einzigartig für einen Stadtrand-Wasserfall in diesem Ausmaß), und die Lukavica-Hügelburg darüber bietet Panoramablicke für den Preis eines 20-minütigen Aufstiegs. Die Pliva-Seen-Wassermühlen — ein Cluster aus Holzbauten auf einer Landenge zwischen zwei Seen — sind in jeder Jahreszeit fotogen. Übernachtung in Jajce; Pensionen kosten im Durchschnitt 80–110 BAM (~41–56 EUR).

Tag 4: Jajce nach Sarajevo auf Nebenstrecken

Die Bergstraße südwärts (über Han Bila und das Vlašić-Plateau) dauert rund 2 Stunden 45 Minuten, führt aber durch wirklich unberührte Landschaften. Noch einmal am Morgen bei den Pliva-Seen halten, bevor die Reisebusse ankommen. Zurück in Sarajevo ist dieser Abend frei für den Baščaršija-Nachtmarkt und ein Abendessen in einem der Mehana-Restaurants am Fluss.

Tag 5: Sarajevo nach Višegrad — Andrić-Land

Ostwärts auf der E73/M20 nach Višegrad fahren (ca. 2 Std. 30 Min.). Die Fahrt durch das Prača-Tal und am tiefblauen Jablanica-Stausee vorbei ist eine der malerischsten in Bosnien. Višegrad ist berühmt für zwei Dinge: die als UNESCO-Welterbe eingetragene Steinbrücke, die der osmanische Architekt Sinan im 16. Jahrhundert baute (Schauplatz von Ivo Andrićs nobelpreisgekröntem Roman Die Brücke über die Drina), und das umstrittene Andrićgrad, das neo-historische Städtchen von Regisseur Emir Kusturica. Eine geführte Tagestour ab Sarajevo ist möglich, wenn man das Selbstfahren bevorzugt — mit dem Auto besteht aber die Möglichkeit, für die Nacht nach Foča weiterzufahren (45 Min. weiter südlich).

Fahrhinweis: Die Straße von Sarajevo nach Višegrad führt über Gebirgspässe; im Winter (November–März) Schneeketten mitführen.

Tag 6: Foča zum Sutjeska-Nationalpark

Wer in Višegrad oder Foča übernachtet hat: Die Zufahrt zum Sutjeska-Nationalpark beträgt von Foča etwa 1 Stunde südlich auf der M20. Sutjeska ist der älteste Nationalpark des ehemaligen Jugoslawiens und beherbergt Perućica, einen der letzten Urwälder Europas. Der Parkeintritt ist frei; geführte Wanderungen in Perućica erfordern einen Nationalpark-Ranger (am Besucherzentrum in Tjentište buchbar, ~30 BAM pro Person). Der Skakavac-Wasserfall innerhalb von Perućica ist ohne Ranger technisch gesperrt — lohnt, vorab zu buchen.

Für Abenteuerlustige: Die Tara-Schlucht an der bosnisch-montenegrinischen Grenze ist die tiefste Schlucht Europas und ein Weltklasse-Rafting-Reiseziel. Tages-Raftingfahrten starten von April bis Oktober ab Foča oder Šćepan Polje.

Tag 7: Sutjeska nach Konjic

Fahrzeit von Tjentište nach Konjic etwa 2 Stunden über Foča und die Neretva-Canyon-Straße. Konjics überdachte Holzbrücke über die Neretva — nach dem Krieg wiederaufgebaut — gehört zu den meistfotografierten des Landes. Die Hauptattraktion des Nachmittags ist Titos Bunker, offiziell bekannt als ARK D-0: ein im Kalten Krieg in den 1950er Jahren in den Zlatar-Berg gehauener unterirdischer Komplex, der die jugoslawische Führung vor einem Nuklearangriff schützen sollte. Er wurde 1992 freigegeben und ist jetzt für Touren geöffnet (Eintritt ~30 BAM). Den ARK-D-0-Besuch mindestens einen Tag im Voraus buchen, besonders im Juli–August.

Tage 8–9: Mostar und Herzegowina

50 Minuten von Konjic südlich nach Mostar auf der M17 durch die spektakuläre Neretva-Schlucht — eine der dramatischsten Fahrten auf dem Balkan. In einer Pension in der Altstadt einchecken und Stari Most bei Sonnenuntergang besichtigen, wenn die Tagesbesucher weg sind. An Tag neun eine geführte Halbtagestour mit Blagaj, Počitelj und Kravice-Wasserfällen unternehmen: Die Blagaj-Tekija-Derwisch-Klosteranlage sitzt am Fuß einer Felswand über der Quelle des Buna-Flusses, Počitelj ist ein nahezu intaktes osmanisches Mauerdorf auf einem Hügel, und Kravice ist ein 25 Meter hoher Hufeisenfall am Trebižat (von Juni bis September zum Schwimmen). Die Mostar-Tagestour nach Blagaj, Počitelj und Kravice fährt täglich aus der Altstadt ab.

Praktische Hinweise zu Mostar: Taxis in Mostar sind größtenteils ohne Taxameter — Preis vor dem Einsteigen vereinbaren. Die Altstadt ist von 10:00 bis 18:00 Uhr im Juli–August überfüllt; vor 9:00 Uhr für einen ruhigen Brückenspaziergang kommen. Eintritt in die meisten Moscheen ist mit angemessener Kleidung kostenlos.

Tag 10: Trebinje und Rückreise

Südöstlich von Mostar nach Trebinje fahren — etwa 1 Stunde 15 Minuten über Neum (man passiert einen 9 km langen Streifen bosnischer Adriaküste, mit minimalen Grenzformalitäten ein- und ausreisend nach Kroatien). Trebinje ist die Herzegowina in ihrer entspanntesten Form: eine hübsche osmanische Altstadt (Stari Grad) am Trebišnjica-Fluss, lebhafte Café-Terrassen und Weinberge, die Žilavka Weiß und Blatina Rot in Sichtweite der Stadt produzieren. Die Hügelkirche Hercegovačka Gračanica, dem Gračanica-Kloster im Kosovo nachempfunden, bietet Aussichten über die gesamte Stadt. Von Trebinje sind es 3 Stunden zurück zum Flughafen Sarajevo für einen Abendflug — oder 30 Minuten zum Flughafen Dubrovnik, falls Ihre Route es erlaubt.

Praktische Reisehinweise

Mietwagen: Abholung am Flughafen Sarajevo; internationale Vermietungsgesellschaften (Budget, Hertz, Sixt) sind vor Ort. Die Agentur über die Einreise nach Kroatien informieren — ein kurzer Einstieg über die Neum-Küste an Tag 10 gilt als Grenzübertritt. Die bosnischen KM-Kraftstoffpreise liegen bei ca. 2,65–2,80 BAM/Liter (~1,35–1,43 EUR) für Normalbenzin.

Geld: BAM griffbereit halten. Geldautomaten sind in Sarajevo und Mostar reichlich vorhanden; weniger in Dörfern wie Tjentište. Karten werden in Hotels weitgehend akzeptiert; Bargeld wird in kleinen Restaurants und an Parkeingängen benötigt.

Beste Saison: Mai–Juni und September–Oktober für milde Temperaturen, weniger Touristenverkehr und verhandelbare Unterkunftspreise. Bergstraßen Sarajevo–Konjic–Mostar im starken Schnee (Dezember–Februar) meiden.

Entfernungsübersicht:

  • Sarajevo → Travnik: 90 km (~1 Std. 20 Min.)
  • Travnik → Jajce: 40 km (~40 Min.)
  • Jajce → Sarajevo: 140 km (~2 Std. 45 Min.)
  • Sarajevo → Višegrad: 130 km (~2 Std. 30 Min.)
  • Višegrad → Foča: 45 km (~45 Min.)
  • Foča → Tjentište (Sutjeska): 60 km (~1 Std.)
  • Tjentište → Konjic: 110 km (~2 Std.)
  • Konjic → Mostar: 50 km (~50 Min.)
  • Mostar → Trebinje: 95 km (~1 Std. 15 Min.)
  • Trebinje → Sarajevo: 210 km (~3 Std.)

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